Unsere Trachtenordnung

Dirndl der Kinder- und Jugendgruppe

    Halbtracht:

    • Einfaches Miedergwand in schwarz, (einfacher Spenser ohne Staberl mit weißen Samtbandeln um dem Saum und rotes Kittlblech).
    • Weiße Wäsch (Unterrock, Tanzhose, weiße Baumwollstrumpfhose).
    • Weiße Bluse mit Puffärmeln.
    • Weißes Seidenschürzl.
    • Um den Hals ein schwarzes Samtband (entweder goldgestickt, mit einer Münze oder einer Brosche).
    • Die Haare zu Zöpfen geflochten, mit weißen Schleifen zusammengebunden.
    • Schwarze Haferl-, Schnür- oder Spangenschuh.
    • Schwarze “Berchtesgadener Jacke”.

    Volltracht:

    • Gleiches Gwand wie bei der Halbtracht, zusätzlich:
    • Weißes Seidentuch mit Fransen.
    • Im Ausschnitt rote Bleame (Nelken oder Rosen).
    • Dirndl ab acht Jahren tragen bei uns den Miesbacher Dirndlhut mit Adlerflaum.

 

Buam der Kinder- und Jugendgruppe

    Tracht:

    • Lederhose mit Hosenträger.
    • Weißes Biesenhemd mit normalem Kragen.
    • Blaue Krawatte oder Schmießerl.
    • Graue Miesbacher Joppe (kleinere Buben tragen noch Strickjacke).
    • Graue Wadlstrümpf.
    • Miesbacher Scheibling mit Spielhahnfeder.
    • Schwarze Haferlschuh.

 

Aktives Dirndl (nicht verheiratet)

    Volltracht:

    • Steifes oder halbsteifes Miedergwand in schwarz mit Silbergeschnür (steifes oder halbsteifes Mieder und Drehrock mit Samtbandeln um dem Saum und rotes Kittlblech.
    • Weiße Wäsch (Unterrock, Tanzhose, weiße Baumwollstrumpfhose).
    • Weiße Bluse mit Puffärmeln und viereckigem Ausschnitt.
    • Weißes Seidenzeug (Schürze und Tuch mit Fransen).
    • Um den Hals eine Kropfkette oder ein schwarzes Samtband (entweder goldgestickt, mit einer Münze oder Brosche), dazu trägt man ein Kreuzerl.
    • Die Haare zu einer Gretlfrisur oder einem Zopfbagge aufgesteckt, damit es sauber ausschaut Haarspange, Haarnadeln und Samtband.
    • Im Ausschnitt rote Bleame (Nelken oder Rosen).
    • Auf dem Kopf den Miesbacher Dirndlhut mit Adlerflaum.
    • Schwarzer Haferl- oder Spangenschuh.
    • Schwarze “Berchtesgadener Jacke”.

 

Aktives Dirndl (verheiratet)

    Volltracht:

    • Steifes Miedergwand in schwarz mit Silbergeschnür (steifes Mieder mit Spenserärmel und weißer Einstecker; langer Rock bis 21cm über dem Bodem, handgereiht, oder in Falten gelegt.
    • Weiße Wäsch (Unterrock, Tanzhose, weiße Baumwollstrumpfhose).
    • Weißes Seidenzeug (Schürze und Tuch mit Fransen).
    • Um den Hals eine mehrreihige Kette und ein Kreuz.
    • Die Haare zu einer Gretlfrisur oder einem Zopfbagge aufgesteckt.
    • Im Ausschnitt rote Bleame (Nelken oder Rosen).
    • Auf dem Kopf den Miesbacher Dirndlhut mit Adlerflaum.
    • Schwarzer Schnür- oder Spangenschuh.
    • Schwarzer Beutel oder Korb.

 

Aktiver Bua (Plattler)

    Tracht:

    • Gestickte Lederhose.
    • Vereinshosenträger oder Träger mit Bayernwappen.
    • Weißes Biesenhemd ohne Stehkragen und Hirschhornknöpfe, der Riegel handgestickt in rot, mit den Initialen.
    • Blaue Krawatte mit Schmießerl oder Schmießerl allein.
    • Federkielgestickter Ranzen.
    • Graue Miesbacher Joppe.
    • Graue Wadlstrümpf.
    • Grüner Scheibling mit Schneidhacken (Spielhahnfeder).
    • Schwarzer Haferlschuh oder Miesbacher Schnürschuh.

 

Aktiver Bua (der nicht plattelt)

    Tracht:

    • Gestickte Lederhose oder lange schwarze Hose.
    • Vereinshosenträger oder Träger mit Bayernwappen.
    • Weißes Biesenhemd ohne Stehkragen und Hirschhornknöpfe, der Riegel kann handgestickt sein.
    • Blaue Krawatte mit Schmießerl oder Schmießerl allein.
    • Ein rot paspoliertes, grünes “Kettlschilee” (Leiberl oder Weste) evtl. mit einer Uhrkette.
    • Graue Miesbacher Joppe.
    • Graue Wadlstrümpf zur Lederhosn und schwarze Socken zur langen Hose.
    • Grüner Scheibling mit Schneidhacken (Spielhahnfeder).
    • Schwarzer Haferlschuh oder Miesbacher Schnürschuh.

 

Grundsätzlich gilt bei der Halb- und Volltracht

    • Sämtlicher Modeschmuck gehört abgenommen !
    • Bei Ohrringträgerinnen nur Trachtenohrringe tragen, oder alles ablegen.
    • Farbveränderungen der Haare, die nicht der Natur entsprechen, geben bei Preisplatteln Punktabzug.

 

Grundsätzlich gilt bei den Buam

    • Die Haare sollten kurz geschnitten sein (ca 1cm über dem Hemdkragen), keine Schwanzerl.
    • Modeschmuck bzw. Uhren sollten abgenommen werden.

 

Frauen in der Tracht (Chiemgauer Frauentracht)

Wie aus einem Zeitungsausschnitt aus dem Jahr 1955, den Konrad Wagmann in unserer Vereinschronik aufbewahrt hat, zu ersehen ist, tragen unsere Frauen seit diesem Zeitpunkt die Chiemgauer Frauentracht. Eine Verwandte des damaligen 2. Vorstandes hat diese günstig genäht. Wortwörtlich heißt es: “Der Trachtenverein “Edelweiß” Mühldorf hat heuer zu den von ihm bereits bisher gepflegten Trachten die Pflege der Chiemgauer Tracht aufgenommen.”

Die Chiemgauer Frauentracht besteht aus:

    • Dem knöchellangen Kasettl (gefertigt aus schwarzem, gemustertem Seidenstoff ist es am Hals- und Rückenausschnitt mit Rüschen- und Spitzenmustern reich verziert, die Ärmel sind vielfach gereiht und gesmokt, der Rock ist in Falten gelegt und angenäht).
    • Dazu ein weißer Unterrock.
    • Im Halsausschnitt steckt ein blauer Seidenstecker in Falten gelegt.
    • Die Schürze ist aus dem gleichen Stoff wie der Einstecker und nur etwas kürzer wie der Kittl.
    • Um den Hals eine Kropfkette und ein Kreuzerl.
    • Die Haare zu einem Dutt oder Zopfbagge aufgesteckt.
    • Dazu trägt man den am unteren Rand mit Gold bestickten “Preaner Hut” mit einer oder zwei Goldquasten und zwei langen, gemusterten Seiden- oder Samtbändern.
    • Schwarze Strumpfhose.
    • Schwarzer Schnür- oder Spangenschuh.

 

Unser Vereinsdirndl (tragen alle weiblichen Mitglieder)

    • Dunkelroter Spenser mit aufgenähten Samtbändern, am Hals-, Rücken- und Ärmelausschnitt mit einem schwarzen Band eingefasst und in der Mitte mit schwarzen Glasknöpfen geschlossen.
    • Der Rock ist schwarz und kann von der Festtracht getragen werden, bzw. wird bei manchen direkt am Spenser angenäht; der Rock ist handgereiht oder in Falten gelegt.
    • Eine weiße Bluse (meist die der aktiven Dirndl).
    • Eine blaue Seidenschürze mit langen Bändern und vorne links gebunden.
    • Ein weißer Unterrock.
    • Eine schwarze Strumpfhose.
    • Schwarze Haferl-, Schnür- oder Spangenschuhe.
    • Haare sollen ordentlich frisiert sein !

 

Die Tracht bei sonstigen Festen und Veranstaltungen

Wallfahrten (Maria Eck,...)

    Dirndl (Kinder, Aktive):

    • Jedes Dirndl trägt die komplette Volltracht oder Frauentracht.
    • Jeglicher Kopfschmuck ist abzunehmen (Flaum, Blumen).
    • Keine Blumen im Ausschnitt (nur etwas Grünzeug).
    • Schwarze Strumpfhose (Ausnahme sind Kinder, die keine schwarze Strumpfhose besitzen).

    Buam (Kinder, Aktive):

    • Alle Buam und Männer tragen eine lange schwarze Hose.
    • Jeglicher Kopfschmuck ist abzunehmen (Feder, Gamsbart, Blumen).

Fronleichnam

An Fronleichnam und allen hohen Kirchenfesten (an denen der Trachtenverein teilnimmt) wird die komplette Festtracht oder Frauentracht getragen, mit allem was man hat.

Beerdigungen

Bei “aktiven Mitgliedern” tragen alle Dirndl die komplette Festtracht, oder Frauentracht.

    • Ohne Flaum und Blume am Hut.
    • Ohne Blumen im Ausschnitt (nur etwas Grünzeug).
    • Mit einem schwarzen Tuch um die Schultern.
    • Mit schwarzer Strumpfhose.

Die Buam tragen eine lange schwarze Hose.

    • Ohne Feder, Gamsbart und Blume am Hut.
    • Mit einer schwarzen Krawatte.

 

Erweiterungen unserer Tracht

    Dirndl:

    • Alle “Aktiven Dirndl” tragen die schwarzen Spenserärmel (entweder mit dem Drehrock oder dem langen Rock).
    • Normalerweise kann bei der Miesbacher Tracht zum Mieder mit dem seidenen Zeug der Schnurhut aufgesetzt werden. Der Hut selbst ist ein steifer Filzhut, der innen und auf der Unterseite der Krempe gefüttert ist. Um den Hutgupf ist die silberne oder goldene Hutschnur in vielen Lagen gewickelt und festgenäht, in der oberen Lage meistens mit Schlingen oder anderen Zierformen. In unserer Gegend wird die Schnur in mehreren geraden Reihen aufgenäht. Die an den Enden der Hutschnur angebrachten Quasten hängen nach hinten über den Hutrand herab. Zwischen den beiden Quasten wird ein kleiner Strauß Blumen gesteckt - Hutbüschl genannt. Diesen Hut tragen die verheirateten Frauen.

    Kirchagwand:

    • Dieses Gwand kann man zu jedem Kirchgang tragen.
    • In vielen Gegenden wird es aber nur zu besonderen kirchlichen Festtagen getragen (Wallfahrten, Fronleichnam, Jahrtage, Beerdigungen).
    • Das Kirchagwand ist ein Spensergwand (zweiteilig) und wird aus schwarzer gemusterter Seide/Halbseide gefertigt.
    • Der Kittl (Rock) ist knöchellang, komplett gefüttert und in Falten gelegt. Der Halsausschnitt ist nur sehr wenig ausgeschnitten (rund oder eckig). Der Spenser kann auch hochgeschloßen sein und ein Stehkragerl haben. Die zwei Rückennähte laufen vom Ärmelansatz gegen die Mitte. Die in der Taille am Spenserrand angesetzten Schößl überdecken den Kittlbund, sind hinten versteift und in Falten gelegt, dabei mehr oder weniger abstehend. Die Ärmel sind fast anliegend, am vorderen Ende mit einem Schlitz gearbeitet. Der Spenser ist vorn in der Mitte mit Silberknöpfen geschlossen. Die Schürze (Fürta) ist meist aus Seide und wenig kürzer als der Rock.
    • Zum Kirchagwand wird der einfache schwarze Spitzhut getragen.
    • Die Haare sind zum Schopf geformt, in den Silbernadeln gesteckt werden.
    • Wegen des langen Kittls sind die schwarzen Strümpfe und die schwarzen Schuhe meist nicht zu sehen.

 

 

 

 

Ein Spruch aus dem Trachtenkalender 1921 (gefunden in der Bayerischen Inngau- Chronik)

Zoag in der Tracht di net ois Ramme
s’gibt ja im Frack scho grod gnua Hamme !
Loß in da Tracht ganz ruhig di begaffn,
denn gaffn toan bloß die Affn !

 

 

 

Die Trachtenpflege in der heutigen Zeit

In den Richtlinien der Vereinigten Bayerischen Trachtenverbände für die Trachten- und Heimatpflege heißt es :
“Die Pflege der bodenständigen Tracht ist die allererste Aufgabe eines Trachtenvereins. Dazu gehören die Festtagstrachten in den historischen und erneuerten Formen und die Trachtenkleidung im Alltag.
Die Tracht soll in allen Bestandteilen ihre Echtheit und Sauberkeit aufweisen, in ihrer Gestaltung den guten Sitten der Heimat entsprechen, soweit als möglich in Handarbeit hergestellt sein und mit einwandfreier, dazupassender Haartracht in Würde getragen werden.”

In der heutigen Zeit ist es nicht einfach, sich an diese Richtlinien zu halten. Die modischen Einflüsse unserer Zeit, die Schwierigkeiten verschiedene notwendige Materialien zu besorgen, und die Herstellung der Trachten haben es den Trachtenvereinen in den letzten Jahren nicht einfach gemacht.
Zudem fehlt häufig der Nachwuchs bei den Trachtenschneidern, Hutmachern, Säcklern, Goldschmieden, Federkielstickern oder Schuhmachern, um den Fortbestand der Trachten auch in die nächste Generationen hinein zu gewährleisten.

Trotz der genannten Schwierigkeiten erfreut sich die Trachtenbewegung unverändert eines großen Zuspruchs, gerade in den Reihen der jungen Generation. Der gegründete Sachausschuss “Trachtenpflege” im Gauverband I unterstützt die Trachtenträger und versucht ihnen das Gefühl für die “richtige überlieferte Tracht” anhand von Fotos, Skizzen, Beschreibungen, etc. zu vermitteln.

Zur weiteren Förderung des Trachtengedankens sollten vor allem die sechs Thesen herangezogen werden, die während einer Tagung 1973 vom Bayerischen Landesverband für Heimatpflege, dem Landesverband Bayerischer Heimat- und Volkstrachtenvereine und den Vereinigten Bayerischen Trachtenverbänden erarbeitet wurden:

1. Die Tracht ist auch im 20. Jahrhundert keineswegs überholt.
2. Die Tracht bedeutet Zugehörigkeit.
3. Die Tracht wandelt sich.
4. Die örtliche und bodenständige Tracht ist zu pflegen.
5. Die Tracht kann erneuert werden, wobei zwischen einer Erneuerung im Verein und einer allgemeinen
    regional erneuerten Tracht zu unterscheiden ist.
6. Die Tracht muss Freude bereiten.

Getreu dem Wahlspruch:

“Sitt und Tracht der Alten, wollen wir erhalten !”